Malediven

«Näher als auf den Malediven kann man nicht am Meer leben», sagt der Schweizer Fernsehjournalist und Unterwasserfotograf Otto C. Honegger. Seit mehr als 25 Jahren bereist er das Tauch- und Ferienparadies im Indischen Ozean und entdeckt dort immer wieder neue Schönheiten der Natur. Lassen Sie sich von seinen Bildern begeistern.

Inselwelt

Legenden

Neugierig und fotogen: eine Gruppe von Orientalischen Süsslippen am Korallenriff.

Der Flughafen von Male: Das Gefühl, beim Anflug im Wasser zu landen, gibt manchem ein Kribbeln im Bauch.

Der Anflug auf den Male International Airport auf der Insel Hulule ist ein besonderes Erlebnis. Nicht nur, dass man vom Flugzeug aus einen fantastischen Ausblick über die Inseln des Nord Male Atolls hat, auch das Gefühl, quasi direkt im Wasser zu landen, weckt bei manchem ein gewisses Kribbeln im Bauch. Einmal angekommen, findet man sich in einem tropischen Paradies wieder, wie es wohl einmalig auf der Welt ist: Die Malediven bestehen aus 19 Atollen und 1195 Inseln, wovon 202 bewohnt sind. Die Landfläche beträgt nur 298 Quadratkilometer, im Gegensatz zur Wasserfläche, die sich über eine Länge von 800 Kilometern erstreckt und 107500 Quadratkilometer umfasst.

Über die Entstehung von Atollen gibt es verschiedene Theorien. Sicher ist jedoch, dass der Kalkstein, der die Grundlage der Inseln bildet, von Korallenpolypen produziert wird. Berge oder Flüsse sucht man vergeblich: Die Inseln liegen nur wenige Meter über dem Meeresspiegel.

Die Malediven haben etwa 215000 Einwohner, wovon etwa 70000 in der Hauptstadt Male zu Hause sind.Auf den anderen Inseln leben im Durchschnitt 200 bis 300 Einwohner in einer Dorfgemeinschaft zusammen. Die Herkunft der Malediver, die sich selbst auch Dhivehi nennen, ist bis heute nicht genau geklärt. Die Urbevölkerung bestand vermutlich aus Singhalesen aus Nordindien, später siedelten sich auch Araber und Afrikaner an. Die Bewohner der einzelnen Inseln, die oftmals weit voneinander entfernt in verschiedenen Atollen liegen, haben kaum Kontakt miteinander. Ihr Alltag wird vom Fischfang geprägt. Die Männer sind oft lange unterwegs, um zu ihren Fanggebieten zu segeln und den Fisch anschliessend in Male auf dem Markt zu verkaufen. Darum trifft man beim Besuch einer Insel vorwiegend Frauen und Kinder an.Die Malediver werden nur etwa 50 bis 60 Jahre alt. Die Durchschnittsfamilie besteht aus sieben Personen, wobei die Kinder als Altersvorsorge dienen, da eine soziale Absicherung fehlt. Der Islam erlaubt dem Malediver, mit vier Frauen gleichzeitig eine Ehe einzugehen, was aber heute kaum noch praktiziert wird, da oft das Einkommen dafür nicht reicht. Eine Scheidung ist für den Mann sehr einfach, er braucht nur dreimal zu sagen: «Ich verstosse dich!» Die Frau dagegen muss fundierte Gründe vorweisen können. Dies führt zu einer der höchsten Scheidungsraten weltweit. Der Präsident der Malediven wird alle fünf Jahre durch einen Volksentscheid neu gewählt. Er bekleidet das oberste Amt auf den Malediven und ist gleichzeitig Chef des Heeres und Verteidiger des Glaubens. Ihm zur Seite stehen zehn Minister. Die Volksvertretung besteht aus 48 Parlamentariern, jeweils zwei Abgeordneten pro Atoll und zwei aus Male. Die restlichen acht Parlamentsmitglieder werden vom Präsidenten bestimmt.

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