Malediven

«Näher als auf den Malediven kann man nicht am Meer leben», sagt der Schweizer Fernsehjournalist und Unterwasserfotograf Otto C. Honegger. Seit mehr als 25 Jahren bereist er das Tauch- und Ferienparadies im Indischen Ozean und entdeckt dort immer wieder neue Schönheiten der Natur. Lassen Sie sich von seinen Bildern begeistern.

Legenden

Ein Grauhai durchquert auf der Suche nach Beute einen Schwarm kleiner Fische. Auf den Malediven wird der Traum von der einsamen Insel wahr: unbewohnte Insel im Ari-Atoll.

Sieht gefährlich aus, ist aber total friedlich: eine Netzmuräne mit wunderschöner Zeichnung.

Jedes der 19 Atolle hat einen Atollchef, dessen Aufgabe es ist, für Recht und Ordnung zu sorgen, sowie alle wichtigen Ereignisse nach Male zu melden. Jede Insel hat zudem einen Inselchef, dieses Amt wird in der Regel vererbt. Die 14 ledivischen Gesetze basieren auf dem Koran, deshalb ist körperliche Züchtigung auch heute noch eine angewandte Strafe. Die Todesstrafe kennt man jedoch nicht - schlimmste Strafe ist die Verbannung auf eine einsame Insel.

Die ansonsten armen Malediven besitzen nur zwei Waren in ausreichender Menge: Fisch und Kokosnüsse. Ein Problem war es schon immer, Reis, der als Grundnahrungsmittel dient, in ausreichender Menge zu beschaffen. Der Transportweg nach Ceylon ist für frischen Fisch zu lange, deshalb besann man sich auf eine alte Konservierungsmethode, die den Fisch haltbar macht.Auf Ceylon gibt es viele Freunde dieser maledivischen Spezialität, die von den Einheimischen Hikimas genannt wird. Sie bildete bisher die Hauptstütze des Exports. Heute ist der Tourismus die Wachstumsbranche Nr. 1 auf den Malediven. Nachdem 1972 das erste Touristenresort eröffnet wurde, sind inzwischen etwa 70 weitere hinzugekommen. Rund die Hälfte davon wird direkt von den Malediven verpachtet. Die meisten Touristen kommen derzeit aus europäischen Ländern, vor allem aus Deutschland, Frankreich und Italien. Auch in der Schweiz wurden die Malediven zum beliebten Ferienziel. Einer der ersten Schweizer Malediven- Pioniere ist der Fernseh-Journalist und Leiter der DOKRedaktion beim Schweizer Fernsehen Otto C. Honegger. Er erzählt, wie er die Malediven als Ferienziel entdeckte und was ihn heute noch an diesem Inselreich fasziniert:

«Ich weiss noch genau, wie ich 1975 zum ersten Mal auf die Malediven ging. Ich flog zuerst nach Colombo und nahm von dort ein Propellerflugzeug nach Male. Hulule war damals noch ein Mini-Flughafen,wo man nur mit Kleinflugzeugen landen konnte. Und gerade mal vier Inseln waren auf den Malediven für den Tourismus zugänglich. Ich ging damals nach Baros, was wahnsinnig eindrücklich war: Ich hockte auf einer kleinen Insel, die Unterkunft war sehr bescheiden, genau wie das Essen. Aber das Tauchen war sensationell! Obwohl ich seit meinem 16. Lebensjahr tauche, erschloss sich für mich auf den Malediven eine ganz neue Unterwasserwelt.

Es war damals ein alter Traum von mir, einmal auf die Malediven zu gehen, da ich schon als kleiner Junge ein grosser Fan von den Expeditionsfilmen von Hans Hass war. Ich weiss es noch genau: Wir hatten damals zu Hause keinen Fernseher. Den gab’s nur in einem Café ein paar Häuser weiter. Wenn Fussball kam, war die Beiz voll.Wenn aber die Filme von Hans Hass ausgestrahlt wurden, war ich ganz allein. Ich schwor mir, auch einmal auf die Malediven zu reisen. Auf meinem ersten Trips erkundete ich verschiedene Tauchplätze. Das war eine abenteuerliche Sache, denn man war damals noch völlig von der Aussenwelt abgeschnitten. Es gab kein Fernsehen, keine Zeitungen, und telefonieren konnte man auch kaum. Inzwischen hat sich das natürlich entwickelt. Die Malediven sind heute viel touristischerEdelweiss Air - Sunflyerseite: Maldives geworden. Aber man muss sich davon nicht abschrecken lassen.

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Faszinierend: Der Juwelenbarsch leuchtet in grellem Orange.

Unter Wasser scheint die Vielfakt der Lebensformen auf den Malediven schier unbegrenzt.

Auf Grund ihrer Inselnatur verfügen die Malediven nicht über eine ausgeprägte Industrie. Der Export lebt im wesentlichen vom Fischfang sowie von den Produkten, die aus den reichhaltig vorkommenden Kokospalmen und Bambusgewächsen hergestellt werden.

Denn die Malediven sind ein Inselreich, das sich über 800 Kilometer im Meer erstreckt. Eine Insel hat jeweils ein Hotel, und ob eine Insel bewohnt oder unbewohnt ist, kann man von weit weg kaum beurteilen. Die Masse der Menschen verteilt sich, ohne dass sie zu aufdringlich wird.Auch wenn ich heute auf die Malediven fahre, habe ich immer noch das Gefühl, auf einer einsamen Insel im Ozean zu sein.

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